Der
Große Hirschgraben
Der AUGUST VON GOETHE LITERATURVERLAG
hat seinen Sitz in der bedeutendsten Literaturstraße
Deutschlands.
Der Große Hirschgraben blickt auf eine lange
Geschichte zurück. Zahlreiche Persönlichkeiten, deren
Namen in der Literatur- und Kulturgeschichte klangvoll sind,
haben in dieser Straße gelebt.
Im Jahre 1400 hatte der Jude
Gottschalk von Kreuznach dem Rat der Stadt eine Hirschkuh geschenkt.
Diese Kuh wurde mit anderen Hirschen in einem Graben gehalten,
der, ein Rest der staufischen Befestigungsanlagen, zwischen Katharinenkloster
und Karmeliterkloster verlief.
Die Haltung der Hirsche diente
dem jährlichen Hirschessen der Ratsherren, das immer prunkvoller gefeiert und schließlich 1580 abgeschafft wurde. Der Graben wurde aufgeschüttet und in Bauland umgewandelt. Im Merianplan der Stadt Frankfurt von 1628 zeigt sich der Große
Hirschgraben bereits eng bebaut.
Friedrich Hölderlin im Weißen Hirsch
Der Weiße Hirsch, 1592 als Gasthaus erstmals dokumentiert, wurde von Jakob Friedrich Gontard um 1786 bezogen. Als Privathaus der Gontards wurde es zum prachtvollsten Anwesen im Großen Hirschgraben umgebaut. Der Hausherr berief als Lehrer seiner Kinder den nachmals berühmten Friedrich Hölderlin
(1770-1843).
Hölderlin setzte Susette Gontard in der Diotima seines Romans "Hyperion" ein Denkmal der Verehrung und Freundschaft. Die Freundschaft zwischen beiden bot in der Stadt Anlaß zu Gerüchten. Hölderlin verließ Frankfurt 1798 nach einem Bruch mit Jakob Gontard. Heute noch ist in Frankfurt die Gontard-Bank ansässig.
Der Börsenverein und Johann Friedrich Böhmer
im Kleinen Zimmerhof
Johann Friedrich Böhmer (1795-1863) hat als
Historiker Bedeutung erlangt. Er war Mitarbeiter des Freiherrn
vom Stein und Direktor der Gesellschaft für ältere deutsche
Geschichte. Große Verdienste sind Böhmer insbesondere
als Herausgeber der deutschen Kaiserurkunden zugewachsen. Böhmer
lebte im sog. Kleinen Zimmerhof, das ein durchaus großes
Anwesen war und in dessen Nachfolgebau der Börsenverein des
Deutschen Buchhandels e.V. eingezogen ist. Der Börsenverein
ist die 1825 in Leipzig gegründete Standesorganisation der
deutschen Verlage und Buchhändler, die jährlich in der
Frankfurter Paulskirche den international renommierten Friedenspreis
des Deutschen Buchhandels verleiht.
Das Goethehaus, Johann Wolfgang Goethe, Christoph Martin Wieland, Freies Deutsches Hochstift, Clemens Brentano
1733 hatte die Großmutter Goethes, Witwe
des Schneiders Friedrich Georg Goethe,das Haus Nr. 23 erworben.
Ihr Sohn, der Jurist Johann Kaspar Goethe, wurde Kaiserlicher Rat
und Geschäftsträger von Reichsständen
in der Reichsstadt.
Aus der Ehe Johann Kaspars
mit Katharina Elisabeth Textor gingen bekanntlich zwei Kinder
hervor, der Dichter Johann Wolfgang (1749-1832), der im Elternhaus
u.a. sein Erstlingswerk, den "Götz von Berlichingen" schrieb und mit "Werthers Leiden" 1774 schlagartig berühmt wurde; und Cornelia (1750-1777), die spätere Frau des Gelehrten Johann Schlosser. Zu den Besuchern des Hauses gehörten die Dichter Lenz und Wieland und zahlreiche andere Große
der Geschichte.
Heute beherbergt das Goethehaus,
das nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut wurde, ein Museum.
Das Goethehaus wurde später um das Haus Nr. 25 vergrößert. In dem neuen Gebäudekomplex befindet sich das kulturellen Zwecken gewidmete Freie Deutsche Hochstift, das 1859 errichtet wurde und das bedeutende Sammlungen zur Goethezeit pflegt. Darunter befinden sich wertvolle Handschriftenbestände
Clemens Brentanos und vieler anderer.
AUGUST VON GOETHE LITERATURVERLAG neben dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels
1787 fielen die Häuser Nr. 13/15 im Großen Hirschgraben durch Schenkung der Niederländischen Gemeinde Augsburger Konfession zu, die bestimmungsgemäß ein Waisenhaus einrichtete. Zu Lebzeiten Goethes gehörten die uniformierten Waisenkinder, die ihren Schulweg machten, zum Straßenbild. Um 1865 wurden die baufälligen Häuser durch einen stattlichen Neubau ersetzt, der 1919 von Hans Jenisch erworben, im Zweiten Weltkrieg zerstört
und wieder aufgebaut wurde.
Hier, unmittelbar neben dem
Börsenverein, ist auch die Brentano-Gesellschaft Frankfurt/M. mbH sowie die Cornelia Goethe Akademie, die Buchautoren fortbildet und die Literaturpreisträger hervorgebracht hat. Im Kuratorium der Cornelia Goethe Akademie versammeln sich Führungskräfte aus Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft. Die Akademie unterstützt
das Frankfurter Goethehaus, und sie ist Mitglied der Goethe-Gesellschaft
in Weimar e.V.
Die Besucher des AUGUST VON
GOETHE LITERATURVERLAGES blicken heute aus den Fenstern auf den
Börsenverein, das Frankfurter Volkstheater der legendären Volksschauspielerin Liesel Christ, das Haus der Familie Goethe und auf eine Straße, die wie kaum eine andere bedeutende Persönlichkeiten hat vorübergehen sehen: Bettina von Arnim, Louise von Rothschild, Reichskanzler Moritz August von Bethmann-Hollweg, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Clara Schumann, Elise von Hohenhausen, Heinrich Heine, später dann Marc Chagall, André Gide,
Thomas Mann, Hermann Hesse, Albert Schweitzer und viele andere.
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